057-20-10-29-A-Corona-Luftfilter-3.pdf (17 Downloads)

Der aktuelle Hygieneplan des Kultusministeriums (Stand 28. September 2020) ordnet als Hygienemaßnahmen in Schulen u.a. für Unterrichtsräume an: „Alle 20 Minuten ist eine Stoßlüftung bzw. Querlüftung durch vollständig geöffnete Fenster über die Dauer von 3 bis 5 Minuten vorzusehen.“

Diese Maßnahme stößt auf erhebliche Kritik bei den Betroffenen, auch wenn nicht in Frage gestellt wird, dass einer möglichen Gefährdung in Unterrichtsräumen durch Viren belastete Aerosole mit effektiven Maßnahmen entgegengewirkt werden muss. Es wird sowohl das Risiko der Zunahme von Erkältungskrankheiten gesehen als auch moniert, dass die unterrichtliche Kommunikation ständig im „20-Minuten-Takt“ für die Zeit der Lüftung bis zu jeweils 5 Minuten unterbrochen werden muss.

Zudem entstehen bei einer solchen Maßnahme durch das Entweichen der warmen Raumluft bei Abnahme der Außentemperatur zusätzliche Heizkosten.

Außerdem ist festzustellen, dass – insbesondere bei uneingeschränktem Präsenzunterricht – Unterricht in Räumen stattfinden muss, bei denen eine Stoß- bzw. Querlüftung aus technischen Gründen überhaupt nicht möglich ist bzw. die sanierungsbedürftigen Fenster dies nicht zulassen.

Einer Berichterstattung der „Hessenschau“ am 15. Oktober 2020 war zu entnehmen, dass von Forschern der Goethe-Universität Frankfurt/Main an der Leibnizschule in Wiesbaden ein Versuch mit Raumluftfiltern durchgeführt wurde. Der leitende Professor Joachim Curtius wird zum Ergebnis des Versuchs wie folgt zitiert „Es zeigte sich, dass es möglich ist, die allgemeine Aerosol-Belastung innerhalb einer halben Stunde um mehr als 90 Prozent zu senken.“

Es wurde von Seiten von Elternvertretungen aktuell mitgeteilt, dass das Hessische Kultusministerium 10 Millionen € für die Anschaffung von Luftfilteranlagen bereitgestellt habe.

 

Der Ausschuss wolle deshalb beschließen:

Der Magistrat möge – auch über die Gremien des Hessischen Städtetags – dem Hessischen Kultusministerium den Vorschlag unterbreiten, den verordneten Hygieneplan dahingehend zu verändern, dass durch den Einsatz von Luftfiltern eine Lüftung im 20-Minuten-Takt allgemein vermieden wird.

Für alle Unterrichtsräume und umgehend für solche, bei denen eine Lüftung schon aus technischen oder anderen Gründen nicht möglich ist, sollen Luftfilter angeschafft werden und mit sachkundiger Unterweisung der Handhabung auch möglichst umgehend zum Einsatz kommen. Sollte die Übernahme der Kosten durch das Land nicht zeitnah geklärt werden können, sind die dafür notwendigen finanziellen Mittel aus dem städtischen Haushalt außerplanmäßig bzw. aus dem „Corona-Pauschaltitel“ zur Verfügung zu stellen.

Dem Ausschuss ist umgehend über die Umsetzung des Beschlusses schriftlich zu berichten.