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In den letzten 10 Jahren gab es durchschnittlich 710.000 Geburten in Deutschland. Für die Wickelzeit werden pro Kind etwa 5.000 Windeln benötigt.

Wenn alle Kinder eines Jahrganges mit Einwegwindeln gewickelt werden, entsteht dadurch ein riesiger Müllberg von 3,5 Mrd. Windeln. Auch in unserer Stadt werden ca. 3.000 Kinder geboren, was etwa 15.000.000 Windeln Müll verursacht. Im Abfallvermeidungsgesetz der EU werden die Länder dazu aufgefordert, Ressourcen zu sparen.

Auch im nationalen Kreislaufwirtschaftsgesetz ist das Ziel Verringerung der Abfallmenge definiert. Leider setzen wir dieses Ziel bei einem Artikel, welcher enormen Müll verursacht, gesellschaftlich nicht um: Der Wegwerfwindel.

Mit der Weiterentwicklung der Stoffwindel gibt es eine ernst zu nehmende Alternative, welche sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist. Eine umfangreiche Studie „An updated lifecycle assessment study for disposable and reusable nappies“ aus Großbritannien von 2008 zeigt dieses sehr gut auf.

Noch vor 40 Jahren war es in unserer Gesellschaft üblich, Stoffwindeln zu verwenden. Die guten Marketingstrategien großer internationaler Konzerne, haben jedoch dafür gesorgt, dass die Einwegwindel ihren Siegeszug gestartet hat. Heutzutage sind es etwa 5% der Eltern, die zur Stoffwindel greifen. Dies liegt vor allem daran, dass viele Menschen noch ein veraltetes Bild der Mehrwegwindel haben und somit diese Option heutzutage gar nicht in Betracht ziehen.

In Deutschland gibt es bereits 42 Städte, welche die Nutzung von Stoffwindeln finanziell fördern. Die Familien erhalten bei Anschaffung eine Erstattung von bis zu 225€ durch die Städte.
Die Bezuschussung ist wichtig, da für viele Menschen die Erstausstattung eine hohe finanzielle Hürde darstellt. Die Kosten belaufen sich auf ca. 250 – 500€, je nach gewähltem Stoffwindelsystem. Langfristig wird sich diese Investition aber rentieren, denn wenn man für 5.000 Windeln durchschnittlich 0,25€ zahlt, kostet das Wickeln mit Einwegwindeln ca. 1.250€ für die Wickelzeit von etwa 2,5 Jahren.

 

Der Ausschuss wolle beschließen:

Der Magistrat wird gebeten:

  1. Eine Sitzungsvorlage zu erarbeiten welche zum Ziel hat, dass Familien und Alleinerziehende, welche sich dafür entscheiden, Mehrwegwindeln anstatt Einwegwindeln für ihre Kinder zu verwenden, 250€ von der Landeshauptstadt Wiesbaden für eine Erstausstattung mit Mehrwegwindeln erhalten.
  2. Die Finanzierung erfolgt aus der allgemeinen Finanzwirtschaft.