Neue Tarife für die städtischen Bäder: Kinder und Jugendliche auf der Verliererseite

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Nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung über die neuen Schwimmbadtarife sieht die LINKE&PIRATEN Rathausfraktion vor allem Kinder und Jugendliche von 3-17 Jahren auf der Verliererseite

Diese sollen erst beim Kauf einer 100-Euro-Karte (!) in den Genuss von 20% Ermäßigung kommen, womit der Eintritt dann 1,60 Euro kosten würde, immer noch 10 Cent mehr als bisher. Dies betrifft auch Erwachsene, die nun kräftig zur Kasse gebeten werden, darunter auch die Bezieher*innen von Transferleistungen.

Die Fraktion L&P hatte in ihrem Antrag zwar einen moderat erhöhten Einzeltarif für Erwachsene vorgesehen, dafür aber freien Eintritt für Kinder unter 14 Jahren nach Frankfurter Vorbild gefordert, um auf die steigende Anzahl junger Nichtschwimmer*innen zu reagieren und das Engagement der Schwimmvereine zu unterstützen. Für wichtig hält sie auch günstige Abendtarife, die Anreize setzen, nach Feierabend, Kita oder Hort nochmal schwimmen zu gehen.

Gegenüber dem ursprünglichen Konzept sieht der Beschluss einige Verbesserungen für den Kreis der Senior*innen und Vielschwimmer*innen vor. Dennoch: Die Halbjahreskarte soll (ohne Opelbad) nun 280 Euro (bisher 150 Euro) kosten, das ist fast eine Verdoppelung und selbst bei 20% Ermäßigung noch immer eine satte Erhöhung. 2022 soll sie auch noch auf 300 Euro erhöht werden. Auch das völlig unattraktive Rabattsystem blieb ohne Modifikation. Die Hereinnahme der Senior*innen in die Gruppe der Ermäßigten sei ein Zugeständnis an die Gruppe, die sich am lautesten geäußert hat.

Die sportpolitische Sprecherin der Fraktion L&P, Brigitte Forßbohm, meint dazu: „Die meisten Badegäste werden erst ab 1. Januar 2020 an der Kasse merken, dass ein Schwimmbadbesuch in Wiesbaden nicht mehr eine normale sportliche Betätigung, sondern eher ein Luxusevent geworden ist. Die Fraktion sieht keine wirtschaftlichen Vorteile in der neuen Tarifstruktur und befürchtet die Abwanderung der Badegäste in die Schwimmbäder der Umgebung mit günstigeren Rabatten und Familientarifen. Sport- und gesundheitspolitischen Ziele sind mit der neuen Tarifstruktur krass verfehlt worden“.

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