057-19-10-17-A-Geplante-Umbenennung-der-Pfitznerstraße.pdf (5 Downloads)

In der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden trägt eine Straße im „Komponistenviertel” den Namen „Pfitznerstraße”. Bürgerinnen und Bürger haben eine Initiative gestartet, diese Straße umzubenennen, nachdem eine Diskussion und Beschlussfassung des Ortsbeirats im Jahre 2017 zu keinem befriedigenden Ergebnis führte. Mit Beschluss vom 1.11.17 hatte der Ortsbeirat Nordost angeregt, eine Kommission einzusetzen, „um sich einen bewertbaren Überblick über die Namensgeber von Straßen etc. mit eindeutigen Bezügen zum Nationalsozialismus in Wiesbaden zu verschaffen”. Mitte Juli diesen Jahres erhielt der Ortsbeirat hinsichtlich seines Vorschlags für die Einrichtung einer Kommission eine abschlägige Antwort des Kulturdezernenten, allerdings die Zusicherung, im Einzelfall Unterstützung des Stadtarchivs erhalten zu können. Von diesem Angebot hat der Ortsbeirat Nordost nun Gebrauch gemacht und am 21. August einen Beschluss zur Vorbereitung einer Straßenumbenennung gefasst.

Über diesen konkreten Fall hinaus ist es – gerade angesichts aktueller neonazistischer, antisemitischer und rassistischer Aktivitäten bis hin zu Morden – an der Zeit, sich endlich einmal umfassend damit zu beschäftigen, welche Personen in der hessischen Landeshauptstadt mit der Benennung von Straßen, Gebäuden oder Einrichtungen geehrt werden. Auch die große Zahl von Namen, die es zu betrachten gilt, kann kein Grund sein, solch unerträgliche Benennungen wie die nach Pfitzner beizubehalten und abzuwarten, bis sich der für die Namensgebung zuständige Ortsbeirat einmal der Sache annimmt. Es liegt hier in der Verantwortung der gesamten Stadt, initiativ zu werden, also auch und insbesondere in der Verantwortung des Kulturdezernats.

 

Der Ausschuss wolle beschließen:

Der Magistrat möge den Beschluss des Ortsbeirats vom 1.11.17 aufgreifen und einen Vorschlag unterbreiten für die Zusammensetzung einer Kommission oder Arbeitsgruppe, die Kriterien zur Überprüfung von Namensgebungen erarbeitet und Umbenennungen vorschlägt, wie dies auch in anderen vergleichbar großen Städten geschehen ist.

Dabei sollen Erfahrungen und besonders gelungene Beispiele anderer Städte einbezogen werden.

Insbesondere sollen aufgrund des aktuellen Falls die Erfahrungen der Städte genutzt werden, in denen in den letzten Jahren nach Pfitzner benannte Straßen umbenannt wurden (Hamburg, Hamm, Hannover, Lübeck, Münster u.ggfs.a.).