051-19-03-19-A-Leitungswasser-trinken-fördern_final.pdf (11 Downloads)

Das Wiesbadener Leitungswasser gilt laut ESWE Versorgung als das am besten kontrollierte Lebensmittel. Und das Umweltamt wirbt dafür, Leitungswasser zu trinken, statt Kisten zu schleppen. Wer zwei Wochen lang 2l Leitungswasser anstelle von Flaschenwasser trinke, erzeuge 6,3 kg weniger CO2.

Leider trauen sich viele Bürger nicht, auf Trinkwasser umzusteigen: Im Krankenhaus, z.B. in der Paulinen Klinik, wird Patienten dringend abgeraten, Leitungswasser zu trinken, genauso wie in einigen Schulen. Die Leitungen seien zu marode. Aus diesem Grunde schrecken auch Privatleute davor zurück, dieses kostensparende Lebensmittel sorglos zu nutzen.

ESWE Versorgung ist zuständig für die Kontrolle des Trinkwassers bis hin zum jeweiligen Übergabe-Punkt und ist damit nicht mehr zuständig für die Folgen durch marode Rohre oder unsachgemäße Installationen und Verschraubungen auf Seiten öffentlicher und privater Endabnehmer.

Früher untersuchte die ESWE auf Kulanzbasis unentgeltlich das Wasser besorgter Bürger auf Zink- und Kupferrückstände. Dieser Service wird schon seit Jahrzehnten nicht mehr angeboten.

Trinkwasserspender sind in vielen Unternehmen und Arztpraxen weit verbreitet. In öffentlichen Gebäuden und im öffentlichen Raum sind sie dagegen selten anzutreffen. Gerade in Zeiten des Klimawandels wäre es aber angesagt, vermehrt Trinkwasserspender und Brunnen zu aktivieren, angefangen mit der Reaktivierung der alten „Berliner Brunnen” in der Kirchgasse, die 2009 (vor dem ESWE Hochhaus) und 2011 (vor Galeria Kaufhof) abgestellt wurden. Frankfurt geht gegenwärtig den umgekehrten Weg und richtet Brunnen auf der Zeil wieder ein. Gerade im Rahmen der laufenden Debatte zur „Attraktivierung der Innenstadt” wäre die Errichtung und Wiedererrichtung von Trinkwasserspendern und Brunnen angesagt.

 

Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Sauberkeit wolle beschließen:

Der Magistrat möge berichten:

  1. Wer kontrolliert das Trinkwasser in öffentlichen Gebäuden (Schulen, Kitas und Krankenhäusern) nach dem Endabnahmepunkt?
  2. Gibt es öffentliche Gebäude, in denen das Trinken von Leitungswasser aufgrund von Problemen nicht empfohlen wird? Wenn ja: Welche? Was soll dagegen unternommen werden?
  3. Wäre es möglich, eine kostenlose Untersuchung von Wasserproben für begründet besorgte Bürger/Mieter einzurichten, bzw. im Einzelfall die Kosten für eine Untersuchung des Wassers an der Endabnahmestelle zu übernehmen?

 

Der Magistrat wird gebeten zu prüfen:

  1. Welche Möglichkeiten sieht die Landeshauptstadt Wiesbaden, dafür zu sorgen, dass Wasserspender in öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Krankenhäusern installiert werden?
  2. Können die Trinkwasserspender im öffentlichen Raum, u.a. in der Kirchgasse und vor dem Hauptbahnhof, wieder eingerichtet werden?
  3. Was ist erforderlich, um im Zuge der Attraktivierung der Innenstadt Brunnen und Trinkwasserspender zu betreiben, ohne dass es zu den Problemen kommt, die seinerzeit zu ihrer Schließung führten?