REDEBEITRAG

der  Stadtverordneten Brigitte Forßbohm in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 08. November 2018 zum Tagesordnungspunkt 4: „Platz der Deutschen Einheit endlich vollenden“.

RB-2018-11-08-TOP4-Platz-der-Deutschen_Einheit-BF-L&P.pdf (18 Downloads)

Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

auch unsere Fraktion ist sehr unzufrieden mit dem Zustand des ehemaligen Platzes der Deutschen Einheit. Das Zurücksetzen des Zaunes vor der Elly-Heuss-Schule ist besser als nichts für den Rad- und Fußgängerverkehr, aber doch nicht mehr als ein Provisorium ohne gestalterische Qualität. Das alte Arbeitsamt verstellt den Blick auf die schöne Fassade der Schule. So viele Jahre nach der Fertigstellung der Sporthalle wirkt das Ganze unfertig und verbaut. Durch die überdimensionierte Sporthalle wird der Platz alles andere als belebt. Sie steht wie ein Riegel vor dem Westend. Seinerzeit hat man einen neun Meter breiten Asphaltstreifen um die Halle herumgelegt, um den Lieferverkehr zu ermöglichen. Umso wichtiger ist heute eine freundliche, offene Gestaltung, die den Abriss des alten Arbeitsamtes zur Voraussetzung hat.

Deshalb unterstützen wir den Antrag der SPD-Fraktion in den meisten Punkten.

In einer häufigeren „Bestreifung durch die Ordnungsbehörden“ sehen wir jedoch keinen Sinn. Was sollen die denn dort leisten? – Sollte es strafwürdige Vergehen geben, wäre ohnehin die Polizei zuständig. Was das Alkoholverbot auf dem Quartiersplatz wert ist, hat der Ortsbeirat Westend in seiner letzten Sitzung dargelegt. Nämlich gar nichts. Sollen sich Ordnungskräfte wegen der einen oder anderen Bierflasche, die dort konsumiert wird, herumstreiten und am Ende noch Handgreiflichkeiten provozieren? – Das ist nicht deren Aufgabe. Als man vor Jahren im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Platzes die Trinkerszene von Faulbrunnenplatz vertrieben hat, gingen sie halt auf den Luisenplatz und an die Ringkirche. Sinnvoller wäre es, sich den Problemen der Menschen zu stellen und dort Sozialpädagogen einzusetzen, die mit ihnen reden und hier und da auch Hilfe und Beratung leisten können. Das Bier- oder Weintrinken ist es ja nicht an sich, denn das passiert in unserer lebensfrohen Stadt, ob auf dem Weinfest oder auf dem Weihnachtsmarkt vieltausendfach, ohne dass es zu besonderen Problemen kommt.

Deshalb hätten wir gerne den Satz

„Hierzu sollen die Bestreifungen des Platzes durch die Ordnungsbehörden ebenso erhöht werden wie die Qualität der Reinigung, um so der „Vermüllung“ des Platzes entgegenzuwirken.“

Ersetzt durch:

Hierzu sollen vor Ort Sozialpädagogen eingesetzt werden und die Qualität der Reinigung verbessert werden, um so der „Vermüllung“ des Platzes entgegenzuwirken.

Außerdem halten wir die zeitnahe Einrichtung öffentlicher Toiletten im Bereich des Platzes der Deutschen Einheit für sehr wichtig, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern.