Stadtverordnetenversammlung 06. September 2018 – Zum TOP 4 „Das Nachtleben beleben, den Dialog stärken: Ein/e Nachtbügermeister/in für Wiesbaden“

REDEBEITRAG

Des sozialpolitischen Sprechers Ingo von Seemen in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 06. September 2018 zum Tagesordnungspunkt 4: „Das Nachtleben beleben, den Dialog stärken: Ein/e Nachtbügermeister/in für Wiesbaden – Beschlussempfehlung des Jugendparlaments“

RB-2018-09-06-TOP4-Nachtbürgermeister-IvS-L&P.pdf (28 Downloads)

 

Es gilt das gesprochene Wort.

 

Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

in meinen Semesterferien habe ich eine Freundin, die mit mir in Mainz studiert, in Ludwigshafen besucht.
Abends sind wir natürlich feiern gegangen. Aber nicht in Ludwigshafen, sondern in Mannheim.
Das Mannheimer Nachtleben ist dem Ludwigshafener weit überlegen.
Die beiden Städte liegen nicht weit auseinander. Lediglich der Rhein trennt sie.
Dank der guten Verbindung durch eine Straßenbahn waren wir aber schnell über den Rhein und hatten in mehreren Bars und einem Club einen guten Abend in Mannheim.
Da wir beide nicht mehr fahrtüchtig waren sind wir dann gegen 4 Uhr morgens mit der Straßenbahn wieder über den Rhein gefahren und waren in Ludwigshafen.
Diese Geschichte könnte sich auch zwischen Mainz und Wiesbaden abgespielt haben.
Denn es gibt viele Parallelen aber auch zwei wichtige Unterschiede zwischen den Situationen Ludwigshafen/Mannheim und Wiesbaden/Mainz.
Zuerst die Parallelen.

Wir haben es jeweils mit zwei Großstädten zu tun die zwar direkt nebeneinander liegen, aber durch den Rhein, sowie die Zugehörigkeit zu einem anderen Bundesland voneinander getrennt sind.

Eine der beiden Städte ist deutlich größer als die Andere. In einer kann man gut feiern, sie ist also attraktiv für junge Leute. Die Andere ist die langweilige Schwesterstadt.
Eine der Städte ist wunderschön, durch die Andere läuft man lieber mit verbundenen Augen.

Nun zu den Unterschieden.
Während Ludwigshafen und Mannheim eine gute Verbindung durch eine Straßenbahn haben, lässt die Verbindung zwischen Mainz und Wiesbaden, gerade am Wochenende und nachts, doch sehr zu wünschen übrig.
Und Mannheim als deutlich größere Stadt, ist auch beim Feiern die Attraktivere. Wiesbaden ist zwar größer als Mainz, aber deutlich unattraktiver als die Provinzstadt Mainz. Zumindest was die Abendgestaltung angeht.
Doch was, außer der bereits erwähnten Straßenbahn, hat Mannheim was wir nicht haben?

Gut, jetzt werden einige sagen, die sind Universitätsstadt, haben den zweitgrößten Rangierbahnhof Deutschlands, einen der bedeutendsten Binnenhäfen Europas und eine der größten Schlossanlagen der Welt. Außerdem gibt es da einen Nachtbürgermeister. Stimmt alles.
Aber einen Hafen haben wir auch, mit der Hochschule Rhein-Main sowas wie eine Uni und Schlösser gibt es hier sowieso. Nur unser Nachtleben, da kann ich leider nichts relativieren. Das ist eher so, naja. So semi.

Doch hier können wir, durch den Antrag des Jugendparlaments, heute mit Mannheim in einem Punkt gleichziehen.  Wir können heute beschließen, dass wir ebenfalls einen Nachtbürgermeister bekommen. Gute Gründe dafür hat das Jugendparlament bereits zur Genüge aufgezählt. Die Fraktion der LINKEN & PIRATEN wird deshalb dem Antrag des Jugendparlaments folgen. Unsere Stimmen für eine Belebung des Nachtlebens sind euch sicher. Der Beamtenstadt Wiesbaden kann das nur gut tun.

 

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