Nilgänse: Natürliche Abwehr statt Jagdfieber

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Die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion Linke&Piraten Wiesbaden, Aglaja Beyes, äußert sich zu den Diskussionen um die Jagd auf die Wiesbadener Nilgänse.

„Als umweltpolitische Sprecherin halte ich gar nichts  davon, im Wiesbadener Stadtgebiet die Jagd mit Schusswaffen auf  vermeintlich invasive Wildgänse zu eröffnen. Ich finde es ungeheuerlich, wenn sogenannte „Wutbürger“ Gehege zerstören, Gänsen  den Hals umdrehen und in ähnlicher Form Selbstjustiz üben.

Völlig unverständlich ist mir darüber hinaus das Argument, Nilgänse  gehörten ‚hier nicht her‘ und müssten schon deshalb bejagt werden, weil  sie eine ‚invasive Art‘ seien.

Nach dieser Logik dürfte es z.B. in Australien weder Hunde, noch Katzen,  noch Kühe, noch Kamele oder Alpakas geben, weil die da alle eben ‚nicht hingehören‘ und es auf dem Kontinent unter den Säugern ursprünglich nur Beuteltiere gab.

Wir werden die Uhren nicht zurückdrehen und das wäre auch nicht  wünschenswert.

Gleichzeitig verstehe ich all diejenigen, die berechtigten Anstoß nehmen  an den Hinterlassenschaften von Nilgänsen;  da, wo diese nicht hin gehören  oder möglicherweise eine Gesundheitsgefahr darstellen.

Der Schutz von Menschen, ganz besonders von Kindern, muss absoluten  Vorrang haben. Darum müssen Nilgänse ferngehalten werden von  Schwimmbädern und Badegewässern aller Art.

Um das zu erreichen, sollten vorrangig natürliche Mittel angewandt werden, wie natürliche Barrieren. Zäune helfen oft wenig, doch Ornithologen fanden heraus, dass bereits ein einfacher Schilfgürtel helfen kann. Die Tiere mögen kein hohes Gras und bevorzugen freien Zugang zum Wasser. Gegebenenfalls wäre auch eine Bejagung durch Adler oder Bussarde möglich, wie das mancherorts bereits stattfindet.

Im äußersten Fall wären Warnschüsse vorstellbar. Es wurde beobachtet,  dass diese intelligenten Tiere das verstehen und von sich aus die Flucht  ergreifen. Über konstruktive Lösungen nachzudenken und bei Bedarf  entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, halte ich für legitim und  vernünftig. Das hat aber alles nichts mit der derzeitigen hysterischen Debatte und dem Ruf nach Schusswaffen zu tun.“