Studierendenwohnungen: Investitionen in den Nachwuchs

Der sozialpolitische Sprecher der Linke&Piraten Rathausfraktion, Ingo von Seemen, hakt beim Thema Studierendenwohnungen in der LHW nach

„Als uns am 30. Januar im Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr berichtet wurde, dass kein vordringlicher Bedarf an Studierendenwohnungen in Wiesbaden bestehe, klang dies fast schon zu schön um wahr zu sein“, betont von Seemen. „Keine Versorgungslücken mit niederschwelligen Wohnungsangeboten? Und das in der Sozialwohnungswüste Wiesbaden?“

Nun fordert der Stadtverordnete im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung am 21. Juni klare Antworten und Fakten vom Magistrat, um die steile Behauptung zu belegen. Die Verfügbarkeit eines ausreichenden Wohnungsangebots für Studenten in der LHW ist schließlich auch ein wichtiger Faktor für den Bildungsstandort Wiesbaden und die Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses in der LHW insgesamt.

„Für die rund 9.500 Studierenden stehen in unserer Stadt nur 948 Wohnheimplätze zur Verfügung. Das sind gerade einmal 10%“, erklärt der Sozialpolitiker. „Auch wenn wir davon ausgehen, dass natürlich auch einige StudentInnen weiterhin bei ihren Eltern wohnen, zeichnet sich hier eine gewaltige Versorgungslücke ab.“ Um diese Lücke zu schließen, sodass wirklich kein vordringlicher Bedarf bestünde, müsste die Stadt daher eine ausreichende Anzahl weiterer Wohnungen für Studenten vorhalten.

„Wir wollen es jetzt genau wissen“, setzt von Seemen nach. „Wie viele weitere Studierendenwohnungen werden in der LHW wirklich vorgehalten und sind die Mieten tatsächlich vergleichbar mit der Miethöhe im Studentenwohnheim?“ Am liebsten wäre es dem Stadtverordneten natürlich, dass sich seine Befürchtungen nicht bewahrheiteten und tatsächlich ausreichender Wohnraum für Nachwuchsakademiker zur Verfügung stünde. Ob dies allerdings wirklich der Fall ist, wird er in der heutigen Stadtverordnetenversammlung klären: „Wir brauchen keine weiteren Stadtvillen mehr, sondern bezahlbaren Wohnraum! Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen müssen sich Wiesbaden noch leisten können!“

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