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Anfrage der Fraktion L&P nach § 45 Geschäftsordnung der Stadtverordnetenversammlung vom 27.9.17

Laut einem Artikel in der Wiesbadener Lokalpresse vom 28.06.2017 gibt es einen gravierenden Mangel an Pflegekräften in der Kinderklinik der HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden. Die dadurch bedingte Schließung von Betten führt dazu, dass die HELIOS HSK aus Sicht der Wiesbadener Kinderärzte ihrem Versorgungsauftrag nicht mehr gerecht wird. Der Dotzheimer Kinderarzt Dr. Joachim Enders berichtete, dass dringende stationäre Aufnahmen früher nur sehr selten von der Kinderklinik abgelehnt wurden. „Inzwischen passiert das aber oft“. Zwei- bis dreimal im Monat würden seine Patienten an andere Kinderkliniken der Region verwiesen werden. Bis nach Gießen, so der Kinderarzt Dr. Manfred Mirgel, würden Patienten verlegt werden, ohne dass es dafür einen fachlichen Grund gibt.

Der Artikel beschreibt, dass die Kinderintensivabteilung im Februar 2017 ihre Betten bis zu 50% wegen krankheitsbedingtem Personalmangel geschlossen hatte. Zum Zeitpunkt des Erscheinens des Artikels waren bis zu 70 von 100 Betten geöffnet – d.h. tagesaktuell waren immerhin noch 30% der Betten geschlossen. Weiterhin legt der Artikel Zahlen zur Personalstärke und die Strategie zur Personalgewinnung für die Folgemonate offen.

 

Die Fraktion LINKE&PIRATEN bittet um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Wie ist die Entwicklung der im Zeitungsartikel prognostizierten Zahlen im Hinblick auf die Entwicklung der Personalstärke und betriebenen Betten?

2. In der Wiesbadener Lokalpresse vom 28.6.2017 wurde berichtet, dass 30 Pflegekräfte in der Kinderklinik fehlen. Wie viele Pflegekräfte fehlen aktuell?

3. 12 qualifizierte Pflegekräfte aus dem Ausland sollen im Juli 2017 starten. Wie viele Pflegekräfte wurden tatsächlich gewonnen und welche Qualifikation haben diese Pflegekräfte? Insbesondere soll der Magistrat berichten, ob es sich dabei um examinierte Pflegekräfte handelt, die vollumfänglich in der Patientenversorgung eingesetzt werden dürfen oder um Pflegekräfte, die noch keine Anerkennung ihrer Ausbildung haben und demzufolge erst noch in der HELIOS HSK qualifiziert werden müssen.

4. Im Oktober 2017 sollen 8 examinierte Pflegekräfte aus der Pflegeschule hinzukommen. Gibt es mittlerweile feste Zusagen der Pflegeschüler/innen, dass diese bereit sind, in der HELIOS HSK als dreijährige examinierte Pflegekräfte zu arbeiten?

5. Wie lautet der Versorgungsauftrag der HELIOS HSK? Welche Genehmigung / Betriebserlaubnis / gesetzliche Vorgaben und Auflagen gibt es für den Betrieb der HELIOS HSK Kinderklinik? Welche Behörden sind eingeschaltet, um den bestehenden, jedoch existentiell eingeschränkten Betrieb zu überwachen?

6. Durch Bettenschließung, insbesondere im Bereich der Neonatologie, gibt es Auswirkungen auf die Fachklinik für Geburtshilfe. Risikoschwangerschaften und Notfälle im Bereich der Geburtshilfe können ohne Vorhaltung von Kapazitäten in der Kinderklinik nicht wohnortnah, in Grenzsituationen nur mit erheblichen Gefahren für Schwangere und ungeborene Kinder, versorgt werden. Der Magistrat möge auch berichten, ob es im Bereich der Schwangeren- und Geburtenversorgung analog zum Bereich der Kinderversorgung zu Zwischenfällen gekommen ist. Wurden Schwangere von der HELIOS HSK abgewiesen, weil es zu Versorgungsengpässen im Bereich der Kinderklinik kommt?

 

Die Antwort von Stadtrat Dr. Franz hier zum Download:

§45-17-09-27-Kinderklinik-Helios-HSK-antwort-dezII_.pdf (73 Downloads)