051-14-09-16-A-matrisk-und-fluglärm-entwurf-HB-angenommen.pdf (59 Downloads)

Seit rund einem Jahr liegt dem Magistrat die von der Landeshauptstadt Wiesbaden beauftragte Risikoanalyse zu Flugzeugabstürzen über dem Industriepark Kalle-Albert/Infraserv vor. Sie kommt zusammenfassend zu folgenden Schlussfolgerungen:

Risiko im Ist-Zustand, d.h. bei der derzeitigen Anzahl von Überflügen, ist vollständig im ALARP Bereich und liegt nahe an der oberen Akzeptanzlinie.

Daher sind Untersuchungen möglicher Massnahmen zur Risikoreduktion erforderlich.

Werden die Flugbewegungen auf 17’000 pro Jahr gesteigert, so ist eine Akzeptierbarkeit gemäss des Kriteriums der Überschreitungswahrscheinlichkeit nicht mehr gegeben.“

 

Auch in diesem Sommer wurde seitens der Wohnbevölkerung in den Stadtteilen um den Flugplatz des europäischen Hauptquartiers der US-Armee über Flüge bis 2 Uhr nachts geklagt, die eine erhebliche Belästigung und gesundheitliche Gefährdung und Beeinträchtigung bedeuten.

 

Hierzu wurden aus der Bürgerschaft Fragen gerichtet, die bislang nicht beantwortet wurden.

 

Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Sauberkeit möge daher beschließen:

Der Magistrat möge

  • berichten, welche weiteren Untersuchungen durchgeführt und welche Maßnahmen zur Risikoreduktion im Hinblick auf mögliche Flugzeugabstürze getroffen wurden und
  • folgende Fragen aus der Bürgerschaft beantworten:

 

  1. Hat der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden hinsichtlich der Nachtlärmbelästigung interveniert und sich um Absetzung der nächtlichen Übungen bemüht?
  2. Haben Absprachen zwischen THW, Feuerwehr, Gesundheitsamt und Rettungseinsatzzentralen im Hinblick auf mögliche Folgen von Flugzeugabstürzen über dem Industriegebiet (mit explosiven, entzündlichen und giftigen Stoffen in großen Mengen) stattgefunden?
  3. Ist die Bundeswehr mit speziellem Rettungspersonal informiert bzw. beteiligt?
  4. Besteht ein Überflugverbot hinsichtlich Krankenanstalten, Seniorenheimen oder anderen Einrichtungen?
  5. Finden die Flugbewegungen mit Munition statt? Wenn ja, mit welcher Art bzw. auch mit uranangereicherter Munition?
  6. Sind die Flugrouten bekannt?
  7. Welche Flughöhen sind vorgesehen und werden diese eingehalten?

Der Antrag wurde angenommen.